Blick hinter die Kulissen: vom Messingblock zur Armatur

Veröffentlicht am 07.März 2017 / Bad

100 Handgriffe machen aus einem Messingblock eine Armatur. Fotos: Hansgrohe SE / Braxart

Wasser marsch! Mal rauscht es in die Badewanne, mal regnet es aus dem Duschkopf, mal plätschert es aus dem Hahn. Dass das Wasser fließt, wenn wir die Armatur betätigen, ist für uns eine Selbstverständlichkeit. Dabei steckt viel mehr Technik und Know-how dahinter, als uns im Alltag so bewusst ist. Für die Produktion einer Armatur braucht Hansgrohe rund 27 Einzelteile, 30 Arbeitsschritte und 100 Handgriffe. Wir werfen einen Blick hinter die Kulissen.

Am Anfang steht der Sandkern. Dieser Kern, der aus Quarzsand und Zwei-Komponenten-Kleber geformt wird, sorgt für die Hohlräume beim Gießen des Grundkörpers. Er steckt im Zentrum der Form, in die das flüssige Messing von unten nach oben gedrückt wird. Die hohen Temperaturen – Messing schmilzt bei etwa 1000 Grad – lösen den Klebstoff auf und der Sand rieselt einfach aus dem Rohling heraus.

Im nächsten Schritt werden die Gewinde geschnitten und Löcher gebohrt. Anschließend wird der Rohling gründlich geschliffen und poliert. So ist er perfekt auf den nächsten Schritt vorbereitet: die Oberflächenbeschichtung.

Darf es ein wenig spezieller sein? Oberflächen wie Brushed oder Polished Nickel oder auch Edelmessing bringen Extravaganz ins Bad. Eine solche Beschichtung wird bei Hansgrohe unter Weltraumbedingungen aufgetragen: In einer Vakuumkammer ummantelt sie die Armatur in Form von Dampf. Für eine traditionelle Oberfläche aus Chrom gehen die Rohlinge baden – im Galvanikwasser. In mehreren Tauchgängen wird das Messing verchromt. Wozu der ganze Aufwand? Die Beschichtungen schützen die Armaturen vor Korrosion und sorgen für eine einfache Reinigung. Und natürlich sehen sie auch einfach gut aus …

Nun geht’s ans Herzstück der Armatur, an die Kartusche. Zwei übereinander laufende Keramikscheiben regeln die Wassertemperatur und -menge, umgeben von diversen Kunststoffteilen und Dichtungen. Damit alles rund läuft, sind sie bis auf sechs Tausendstel Millimeter genau geschliffen und mit einem dünnen Silikonfilm beschichtet. Es darf kein Staubkörnchen ins Getriebe kommen, deshalb werden die Kartuschen in sogenannter Reinraumtechnik, also hinter Glas, hergestellt.

In der Endmontage dann werden Kartuschen und Armaturenkörper zusammengefügt. Die diversen Dichtungen, Zulaufschläuche, Griffe und Schrauben werden mit einem Barcodesystem elektronisch aus dem Kleinteilelager abgerufen und über Förderbänder zur Montage transportiert. Hierbei stehen Genauigkeit und Qualität ganz klar vor Geschwindigkeit. Wer hätte gedacht, dass eine Armatur ein solches Präzisionsgerät ist?

 

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