Aus Rücksicht auf die Natur – mehr Nachhaltigkeit im Badezimmer

von Olga Bogdanowski
Veröffentlicht am 06.September 2018 / Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit spielt für viele Menschen eine immer größere Rolle. Auch im Badezimmer.

Nachhaltigkeit – ein Wort, das momentan in aller Munde ist. Doch was genau bedeutet dieser Begriff? Definitionen gibt es viele. Im heutigen Kontext wird Nachhaltigkeit meist in Bezug auf ein ressourcenschonendes sowie abfallvermeidendes Verbraucherverhalten verwendet.

Verschwenderisch war mein Lebensstil noch nie. Allerdings habe ich mein Konsumverhalten lange Zeit auch nicht hinterfragt. Erst als mir vor einiger Zeit – während eines gemütlichen Frühstücks im Hotel – auffiel, wie viel Verpackungsmaterial zwei belegte Brötchen verursachen können, war mein Bewusstsein sensibilisiert. Wieder zu Hause angekommen schaute ich mich sofort nach potentiellen Umweltsündern um und stellte schnell fest, dass viele davon im Badezimmer lauerten.

 

Ein Blick auf die inneren Werte

Shampoo, Duschgel, Zahnpasta – mit den täglich genutzten Pflegeprodukten ist das Badezimmer ein wahres Plastik-Eldorado. Dabei stellt nicht nur die Kunststoffverpackung ein Problem dar.

Wie ein Blick auf die Inhaltsstoffe verrät, sind in den Produkten nicht selten Substanzen enthalten, die der Umwelt schaden. Besonders tückisch ist dabei das sogenannte Mikroplastik, das sich beispielsweise in Peelings oder Zahnpasta wiederfindet. Dieses gelangt über das Abwasser in unsere Gewässer. Für die Tier- und Pflanzenwelt ein Desaster.

Doch welche Alternativen gibt es? Tatsächlich sehr viele. Selbst in herkömmlichen Drogerien wird der Anteil an Bio-Produkten immer größer. Und das zu absolut erschwinglichen Preisen. Hergestellt auf natürlicher Basis sind diese garantiert frei von Mikroplastik und anderen Schadstoffen. Anhand verschiedener Siegel lässt sich zudem schnell erkennen, ob das jeweilige Produkt frei von tierischen Inhaltsstoffen sowie Tierversuchen ist. Ein international anerkanntes und verbreitetes Gütesiegel ist z.B. die Veganblume.

 

Alternativen zur Plastikhülle

Eine wesentlich größere Herausforderung stellt der Verzicht auf Kunststoffverpackungen dar. Ich wage sogar zu behaupten, dass dies nahezu unmöglich ist. Kompromisse sind aber durchaus möglich. So kann man die Flüssigseife einfach mal gegen ein festes Seifenstück eintauschen. Dass dieses nicht in eine Plastikhülle geschweißt sein sollte, ist wohl selbsterklärend. Auch Shampoo und Duschgel sind in festen, eiswürfelgroßen Stücken – oder auch in Pulverform – erhältlich. Wer gerne kreativ ist, kann beides natürlich auch selbst herstellen. Dauerhaft wäre dies keine Alternative für mich. Hin und wieder aber ein toller Ersatz.

Wovon ich mich jedoch definitiv verabschieden werde, sind Einweg-Wattepads. Zwar habe ich stets die Variante aus 100%iger Bio-Baumwolle gewählt. Müll produzieren sie trotzdem. Wiederverwendbare Reinigungspads sind hier deutlich nachhaltiger.

Zudem sollte beim Kauf von Handtüchern, Bademantel und Fußmatte auf Nachhaltigkeit geachtet werden. Zertifizierungen wie „Öko Tex Standard“ oder „Cotton Made in Africa“ liefern hier zuverlässige Anhaltspunkte.  Und wer bei Zahnputzbecher, Seifenschale und Co. ebenfalls auf Nachhaltigkeit setzen möchte, entscheidet sich anstelle von Plastik für Modelle aus Holz, Keramik oder Glas. 

 

Eine nachhaltige Badezimmereinrichtung

Übrigens: Nachhaltigkeit fängt bereits bei er Einrichtung an. Wer also gerade eine Sanierung des Badezimmers plant und dabei noch seinen Beitrag zum Umweltschutz leisten möchte, sollte auf Folgendes achten:

  • Langlebige Produkte: Die Badezimmereinrichtung aufgrund von Defekten zu entsorgen und durch neue ersetzen zu müssen, ist nicht nachhaltig. Achten Sie beim Kauf daher unbedingt auf Qualität. Die Mehrkosten der Anschaffung haben sich bereits nach wenigen Jahren ausgezahlt.
  • Zeitloses Design: Manche Trends haben durchaus ihren Reiz. An manchen kann man sich aber auch schnell sattsehen. Bei der Wahl von Fliesen, Badezimmermöbel und Sanitärprodukten sollten Sie sich daher sicher sein, dass Ihnen das jeweilige Design auch noch in zehn Jahren gefällt.
  • Wassersparende Armaturen: Viele Hersteller bieten Armaturen an, die sich durch eine reduzierte Durchflussmenge auszeichnen. Darüber hinaus gibt es Modelle, die einen unnötigen Verbrauch von Warmwasser vermeiden. Mehr Infos zum sparsameren Umgang mit Wasser finden Sie im Blogartikel zum Thema Wasser sparen im Bad.
  • Energiesparendes Licht: LED-Leuchten benötigen wenig Energie und sind besonders langlebig. Die perfekte Wahl für ein nachhaltiges Badezimmer.
  • Innovative Technologien: Auch moderne Technologien können helfen, Energie einzusparen. Nutzen Sie beispielsweise Smart-Home-Lösungen, um Heizkosten während Ihrer Abwesenheit zu senken. Mit einem Dusch-WC kann der Verbrauch von Toilettenpapier stark reduziert werden.

Klar wird, dass Nachhaltigkeit sehr viele Facetten hat und sich auf unterschiedlichste Weise ausleben lässt. Vom sparsamen Wasserverbrauch über den bewussteren Einkauf in der Drogerie bis hin zu ressourcenschonenden Smart-Home-Lösungen: so kann jeder – entsprechend der eigenen Möglichkeit – ein bisschen mehr Nachhaltigkeit in seinen Alltag integrieren. Und damit tut man nicht nur Gutes für die Umwelt, sondern schon in den meisten Fällen auch den eigenen Geldbeutel.

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