Ein Bad für alle Lebenslagen

Stufenlose Bodenflächen und großzügige Schnitte bieten nicht nur eine Extraportion Komfort, sondern erleichtern auch die Reinigung des Badezimmers. Darüber hinaus lässt sich der Bau barrierefreier Bäder auch durch Fördermittel bezuschussen. Eine Reihe an Vorteilen also, die für ein barrierefreies Bad sprechen. Doch was zeichnet ein barrierefreies Badezimmer überhaupt aus? Was gilt es beim Umbau zu beachten? Und welche Gestaltungsmöglichkeiten gibt es?

 

Voraussetzungen und mögliche Zuschüsse

Wie der Begriff bereits verrät, weisen barrierefreie Bäder keinerlei Hürden auf und können daher auch von körperlich eingeschränkten sowie älteren Menschen eigenständig genutzt werden. Neben festgelegten Mindestabmessungen und bodengleichen, begehbaren Duschen gehören u.a. auch unterfahrbare Waschtische, Stützgriffe sowie extra leicht bedienbare Armaturen zur Ausstattung.

Die KfW-Bank fasst die einzelnen Maßnahmen als „altersgerechtes Bauen“ zusammen und bezuschusst diese mit bis 6.250 Euro pro Wohneinheit. Hierfür müssen jedoch bestimmte Kriterien erfüllt sein:

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Schluss mit dem Krankenhaus-Image: Heute zeigen sich begehbare Duschen im modernen Design.

Um die Einstiegshöhe zu reduzieren, können Badewannen mit Tür eine Lösung sein.

Badezimmergröße

Die Mindestgröße des Badezimmers sollte 180 x 220 cm betragen bzw. darf die Bewegungsfläche von den einzelnen Sanitärobjekten nicht kleiner als 90 x 120 cm sein, um die Nutzung des Raums auch mit Rollstuhl gewährleisten zu können.

 

Duschbereich

Die bodenebene Walk-In-Dusche gilt als der Inbegriff von Barrierefreiheit. Neben dem ebenerdigen Einstieg zeichnet sie sich vor allem durch eine geräumige Duschfläche – mindestens 120 x 120 cm – und eine leicht passierbare Duschabtrennung aus. Für Rollstuhlfahrer ein absolutes Muss. Aber auch gesunde Menschen wissen diese Vorzüge zu schätzen. Und so entscheiden sich immer mehr Deutsche für maximales Duschvergnügen und verzichten dafür sogar oftmals auf eine Badewanne. Ist ein bodenebener Einbau der Dusche aufgrund der räumlichen Gegebenheiten nicht möglich, kann auch auf extraflache Duschwannen ausgewichen werden. Jeodch dürfen diese im Vergleich zum angegrenzenden Bodenbereich um nicht mehr als 20 mm abgesenkt sein. Eine weitere Alternative für behindertengerechtes Duschen stellen Plateaus mit flach ansteigendem Zugang dar. Von Rollstuhlfahrern kann dieser bspw. wie eine Rampe genutzt werden und gewährleistet damit beispiellose Barrierefreiheit.

Auch ein Duschsitz lässt sich stilvoll ins Gesamtabiente integrieren.

Badewanne

Ist eine Badewanne geplant, darf ihre Einstiegshöhe maximal 50 cm betragen. Möglich ist auch eine Wanne mit Tür. Auf Wunsch ist diese als Sitzvariante erhältlich. Dabei sorgen die integrierten Stufen für bequemes Sitzen während des Bades. Vor allem Personen, denen das eigenständige Aufrichten Probleme bereitet, profitieren von einer solchen Wanne. Zudem fallen Sitzbadewannen kürzer als herkömmliche Modelle aus und sind somit auch bestens für kleine Räume geeignet.

 

Waschbecken

Barrierefreie Waschbereiche zeichnen sich in erster Linie durch eine Mindesttiefe von 48 cm sowie einen Beinfreiraum aus, der sie für Rollstuhlfahrer unterfahrbar macht. Seitliche Haltegriffe und leicht bedienbare Wasserhähne mit Verbrühschutz ergänzen den barrierefreien Waschplatz. Ein angepasster Spiegel mit einer Mindesthöhe von 100 cm komplettiert ihn und ist ein unverzichtbarer Bestandteil des barrierefreien Bades.

Waschtische mit Beinfreiraum - perfekt für Rollstuhlfahrer.

Um die Einstiegshöhe zu reduzieren, können Badewannen mit Tür eine Lösung sein.

Toilette

Ein barrierefreies WC sollte in individuell angepasster Höhe montiert werden. Noch besser sind höhenverstellbare Modelle. Wichtig ist zudem die Einhaltung der erforderlichen Bewegungsfläche von mindestens 120 x 120 cm (150 x 150 cm für Rollstuhlfahrer). Seitliche Haltegriffe und eine Rückenstütze erleichtern die eigenständige Nutzung. Für ein Plus an Hygiene können auch Dusch-WCs im barrierefreien Bad verbaut werden.

Für noch mehr Komfort in allen Lebenslagen sorgen Stützgriffe, Duschsitze sowie berührungslose Armaturen. Außerdem erleichtern auf die Sitzhöhe abgestimmte Lichtschalter und andere Bedienelemente den Alltag im Bad.

Zusätzlich zur KfW-Förderung können einzelne barrierefreie Maßnahmen bei der Pflegeversicherung und Krankenkasse beantragt werden. So erstattet die Krankenkasse die Kosten für Hilfsmittel (z.B. Duschsitz, Haltegriff), die zuvor vom Arzt verschrieben wurden. Die Pflegekasse übernimmt wiederum bis zu 4.000 Euro pro Maßnahme. Entscheidend ist hierbei die jeweilige Pflegestufe.

 

Clever vorsorgen – später profitieren

Trotz des praktischen Nutzens und der ansprechenden Umsetzung tun sich gerade junge Familien schwer damit, das komplette Barrierefrei-Paket zu verbauen. Zum einen sind Klappsitz, Haltegriff und Co. zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht erforderlich. Zum anderen versprühen sie auch nicht gerade Vitalität und jugendliches Esprit. Also einfach weglassen? Wer clever ist, lässt die entsprechenden Befestigungsvorrichtungen beim Umbau dennoch montieren. Diese sind dann zwar nicht sichtbar, jedoch können die Hilfsmittel bei Bedarf jederzeit problemlos nachgerüstet werden.

Gerne beraten Sie unsere Ausstellungsmitarbeiter zu sämtlichen Fragen rund um Ihr barrierefreies Bad sowie Möglichkeiten der Förderung und erstellen anhand des Grundrisses auch gleich eine Planung.

Dusch-WCs sorgen für zusätzlichen Komfort und den extra Frische-Kick zwischendurch.

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