Kein Fenster? Kein Problem! Innenliegende Badezimmer richtig lüften

von Olga Bogdanowski
Veröffentlicht am 20.September 2018 / Bad

Eine durchdachte Gestaltung lässt innenliegende Bäder freundlich und hell erscheinen. Und auch ein Luftaustausch ist in fensterlosen Badezimmern möglich.

In Sachen Badezimmerplanung steht ein Tageslichtbad bei den Deutschen ganz weit oben. Verständlich. Mit frischer Luft und den durchs Fenster schillernden Sonnenstrahlen fällt auch mir das morgendliche Aufstehen deutlich leichter. Allerdings habe ich im Laufe der vergangenen Jahre ebenso ausreichend Erfahrung mit fensterlosen Bädern sammeln können.

 

Denn vor allem kleine Altbauwohnungen sind oftmals mit innenliegenden Bädern ausgestattet. Und so habe auch ich lange Zeit beim Duschen, Frisieren und Co. auf Tageslicht verzichtet.

Durch ein raffiniertes Lichtkonzept und eine durchdachte Farbgestaltung lassen sich nicht vorhandene Fenster tatsächlich gut kompensieren. Das Bad wirkt – auch ohne Tageslicht – hell und freundlich. Eine deutlich größere Herausforderung stellt hier das Lüften dar.

Der Weg nach draußen

Während ich heute nach dem Duschen einfach das Fenster aufreiße und so den entstandenen Wasserdampf nach draußen befördern kann, gestaltet sich bei innenliegenden Bädern der Luftaustausch deutlich komplizierter. Ist dieser nicht gegeben, setzt sich die Feuchtigkeit ab und mindert das Raumklima. Es kommt zur Schimmelbildung – so zumindest die Befürchtung vieler Menschen.

Hier die gute Nachricht: Ist das Bad mit einer modernen Zentrallüftung ausgestattet, ist die regelmäßige Luftzirkulation auch bei fensterlosen Räumen kein Problem. Wer hier Nachrüstungsbedarf hat, sollte in jedem Fall einen Fachhandwerker zu Rate ziehen.

Luftfeuchtigkeit in fensterlosen Bädern senken

 

Darüber hinaus können ein paar zusätzliche Tipps helfen, ein frisches Raumklima zu erzeugen und Feuchtigkeitsschäden zu vermeiden.

  • Luftentfeuchter: Eine besonders effektive Maßnahme, Luftfeuchtigkeit in innenliegenden Badezimmern zu regulieren, bieten elektrische Entfeuchtungsgeräte. Problemlos nehmen sie überschüssige Feuchtigkeit aus der Umgebung auf und sind somit eine zuverlässige Alternative zum klassischen Lüften. 

  • Salz/Katzenstreu/Granulat: Ein altbewährtes Hausmittel zur Reduktion von Luftfeuchtigkeit ist die Verwendung von Salz. Dabei werden mehrere mit Speisesalz gefüllte Gefäße im Bad verteilt, die dann die Feuchtigkeit aufnehmen. Ähnliche Ergebnisse lassen sich u.a. auch mit Katzenstreu, Reis sowie chemischen Granulaten erzielen.

  • Lüften auf Umwegen: Wer im Badezimmer kein Fenster hat, kann dieses auch über ein anliegendes Zimmer lüften. Dazu einfach die Badezimmertür sowie Fenster und Tür des jeweiligen Raums öffnen. Alle anderen Zimmertüren sollten hingegen geschlossen werden. So bleibt der feuchten Luft nur der Weg nach draußen. Mit Hilfe eines Ventilators lässt sich dieser Vorgang beschleunigen.

  • Ausreichend heizen: Ist das Mauerwerk erst einmal ausgekühlt, setzt sich Feuchtigkeit viel schneller ab. Ausreichendes Heizen ist daher unabdingbar. Positiver Nebeneffekt: Durch die Heizungswärme trocknen Handtücher schneller und geben weniger Feuchtigkeit ab.

Alles unter Kontrolle

Unverzichtbar für innenliegende Bäder sind sogenannte Hygrostate. Die kleinen Messgeräte ermitteln die Luftfeuchtigkeit im Raum und sind daher ein zuverlässiges Hilfsmittel zur Kontrolle. Idealerweise liegt die Luftfeuchtigkeit im Badezimmer bei 50-70%. Wird der Wert überschritten, helfen die aufgezählten Maßnahmen diesen wieder zu senken.

Übrigens: Von den genannten Tipps profitieren auch Fensterbäder, da der Entfeuchtungsvorgang auf diese Weise beschleunigt wird.

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