Umweltsünden im Bad vermeiden

von Olga Bogdanowski
Veröffentlicht am 28.August 2019 /

Mittlerweile gibt es für den Badezimmer-Alltag viele umweltfreundliche Alternativen

Das Badezimmer ist für die meisten Menschen ein Raum der täglichen Hygiene und Körperpflege. Doch während wir unseren Badgewohnheiten und Reinigungsritualen nachgehen, sorgen wir nicht selten für eine Verschmutzung der Umwelt. Dabei kann dies in vielen Fällen ganz einfach vermieden werden.

 

Weniger Plastikprodukte

Mit Shampooflaschen, Cremedöschen und Co. verwandeln wir unser Badezimmer oftmals in ein Eldorado aus Plastik(verpackungen). Müll, auf den nicht nur unsere Umwelt, sondern auch wir getrost verzichten können. Den Kunststoff gänzlich aus dem Bad zu verbannen, ist sicherlich kaum umsetzbar. Wer sich mit dem Thema bewusst auseinandersetzt, wird jedoch merken, wie viele Alternativen es mittlerweile gibt: Ob waschbare Abschminkpads, Zahnbürsten aus Bambus oder das gute, alte Seifenstück – das Flüssigseife, Duschgel und als Haarseife sogar Shampoo ersetzt. Umschauen lohnt sich also definitiv.

Seifenstücke gewinnen wieder mehr an Beliebtheit

Die inneren Werte

Überflüssiges Plastik findet sich aber nicht nur in Form von Verpackungsmaterial, sondern – in Form von Mikroplastik – auch als Bestandteil vieler Pflegeprodukte. So setzen z.B. Peelings und Duschgels oft auf die kleinen Plastikteilchen, die porentiefe Reinigung versprechen. Aufgrund ihrer minimalen Größe können sie jedoch nicht von Kläranlagen gefiltert werden und sorgen schließlich für verschmutzte Gewässer rund um den Globus. Dabei ist Mikroplastik im Grunde absolut überflüssig, da sich derselbe Reinigungseffekt auch mit umweltfreundlichen Alternativen erzielen lässt. Entweder aus zertifizierter Naturkosmetik oder als DIY-Variante mit bspw. Salz.

Zudem sollte bei der Wahl von Pflege- und Kosmetikprodukten auf eine tierversuchsfreie Herstellung geachtet werden. Trotz eines offiziellen EU-Verbots gibt es nach wie vor viele Schlupflöcher, die das Entlarven von vorangegangenen Tierversuchen umso schwieriger machen. Organisationen wie PETA bieten online einen Überblick tierversuchsfreier Produkte. Darüber hinaus hilft das Siegel „Leaping Bunny“ Kosmetik ohne Tierversuche zu erkennen.  

Noch schöner macht Kosmetik, die kein Tierleid verursacht

Ein weiterer Inhaltsstoff, der aus dem Badezimmer und der täglichen Körperpflege verschwinden sollte, sind Aluminiumsalze, die häufig Bestandteil von Deos sind. Hier geht es weniger um den Schutz von Flora und Fauna, sondern die eigene Gesundheit. Durch den Namensbestandteil „Aluminium“ bzw. „Aluminum“ auf der Inhaltsliste lässt sich die Substanz aber leicht erkennen.

 

Ressourcen schonen

Neben einer verringerten Müllproduktion geht es beim Umweltschutz vor allem auch um ressourcenschonendes Verhalten. Hierzu zählt auch die Vermeidung unnötiger Wasserverschwendung. Auf langes, heißes Duschen sollte daher nach Möglichkeit verzichtet werden. Denn das ausgiebige Duschvergnügen verbraucht nicht nur zu viel Wasser, sondern auch die zum Erhitzen benötigte Energie in Form von Gas oder Strom. Mit speziellen Duschbrausen und Armaturen lassen sich Wasser und Energie zusätzlich einsparen.

Heiße Duschen können äußerst entspannend sein - treiben aber auch den Verbrauch in die Höhe

Und auch beim Wäschewaschen lässt sich sparen: Um Energieverschwendung zu vermeiden, sollte die Waschmaschine nach Möglichkeit stets vollbeladen gestartet werden. Darüber hinaus empfiehlt es sich, die Nutzung von Niedriggrad-Programme. Tatsächlich wird die meiste Alltagskleidung schon bei 30 Grad sauber. Außerdem führt ein Zuviel an Waschmittel zu erhöhtem Wasser- und Energieverbrauch. Und apropos Waschmittel: Aufgrund der Verpackung ist Waschpulver immer umweltfreundlicher als Flüssigwaschmittel.

Ein weiterer zu schützender Rohstoff ist Holz. Und auch wenn für den Allerwertesten nur das Beste gut genug ist, gibt es keinen Grund, beim Toilettenpapier zu Rollen aus Frischfasern zu greifen. Denn Recycling-Klopapier hat heutzutage nicht mehr mit den grauen, kratzigen Fetzen zu tun, die manch einer noch aus seiner Schulzeit oder öffentlichen Bahnhofstoiletten kennt. Und im Gegensatz zu dem gebleichten Frischfaserpapier werden hierfür keine Wälder abgeholzt und Gewässer mit Chemie belastet. Wer sicher gehen will: Das Siegel „Der Blaue Engel“ garantiert die hundert prozentige Herstellung aus Altpapier. Wer ohnehin eine Badsanierung plant, kann mit einem innovativen Dusch-WC in Zukunft komplett auf Toilettenpapier verzichten.

Wenn das Toilettenpapier aufgebraucht ist, sollte beim nächsten Einkauf auf den "Blauen Engel" geachtet werden

Abwasser schützen

Wenn es um ein strahlend sauberes Badezimmer geht, weiß die Chemie-Industrie mit zahlreichen speziellen Reinigern Werbung für sich zu machen. Sicherlich wird mit den ätzenden Reinigern alles blitzeblank, jedoch auch das Abwasser zusätzlich belastet und die eigene Gesundheit angegriffen.

Verschmutzt wird das Abwasser zudem durch Substanzen, die fälschlicherweise im Klo heruntergespült werden. So sind bspw. Essensreste, Hygieneartikel oder abgelaufene Medikamente Müll und gehören daher in den Abfall.

Sind auch Sie bereit für weniger Klimasünden im Badezimmer? Machen Sie mit! Probieren Sie unsere Tipps gleich aus und verwandeln Sie Ihr Bad in eine Umweltzone!

 

Kommentare

Noch keine Kommentare vorhanden

Ausgezeichnete Bäderwelten